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Exemplarische Erprobung einer Systemveränderung oder nur gut gemeint?
Exemplarische Erprobung einer Systemveränderung oder nur gut gemeint?


Stellungnahme zum Entwurf der Landesverordnung über sonderpädagogische Förderung (SoFVO)


Vorangestellt werden die Formulierungen aus dem Entwurf. Kursiv gedruckt erscheint die Stellungnahme des VBE.

§ 2 Sonderpädagogischer Förderbedarf

Schülerinnen und Schüler haben Sonderpädagogischen Förderbedarf, wenn sie aufgrund einer Behinderung, .... nicht ohne besondere Hilfen am Unterricht einer Grundschule..... teilnehmen könen.

Streichen des Passus ?ohne besondere Hilfen?, weil die Formulierung den Eindruck erweckt, dass Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf grundsätzlich am Unterricht der Regelschule teilnehmen können. Das entspricht nicht den Tatsachen.

§ 3 Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs

Hinzufügen des Schularztes als Antragsberechtigten, weil dieser Kinder mit Behinderungen in der Regel schon sehr früh und genau kennt.

§ 7 Gliederung der Sonderschulen

Zusätzliche Aufnahme der Förderschule, Schule für Geistigbehinderte und Sprachheilgrundschule. Es kann sonst der Eindruck entstehen, dass die Absicht besteht, diese Sonderschularten aufzulösen.

§ 8 Zeugnisse, Zurücktreten

(1) Schülerinnen und Schüler mit Sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten nach § 2
Nr. 2,3,5 bis 8 erhalten Zeugnisse gemäß der Zeugnisordnung..... .

Es wird vorgeschlagen, den Förderschwerpunkt Nr. 1 (Lernen) mit aufzunehmen. Damit erhalten Förderschüler außer in der Klasse 1 halbjährliche Zeugnisse und ein Abgangszeugnis, wenn sie die Kriterien des Förderschwerpunktes Lernen am Ende ihrer Schulzeit nicht erreicht haben. Sie werden damit den Regelschülern gleichgestellt und damit auch als gleichberechtigt anerkannt.

(2)....Die Schülerinnen und Schüler können auf Antrag der Eltern einmalig in die vorhergehende Klasssenstufe zurücktreten, wenn die Klassenkonferenz dies befürwortet.

Dieser Satz wird gestrichen. Es muss ein zusätzlicher Paragraph eingefügt werden, der die Dauer des Schulbesuches und das Aufsteigen bzw. die Versetzung im Sinne der Paragraphen 18 (Dauer des Schulbesuches) und 21 (Aufsteigen nach Stufen und Klassenstufen) der alten OSP regelt.

Begründung: § 38 Abs. 3 SchulG gilt nur für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die zielgleich in einer Regelschule bzw. nach den Lehrplänen der Regelschule in einer Sonderschule unterrichtet werden. Nach § 8 (1) der neuen SoFVO endet die Schulzeit für lern-und geistigbehinderte Kinder spätestens nach 10 Schulbesuchsjahren, während Hauptschüler insgesamt 12 Jahre lang die Schule besuchen dürfen. Behinderte Schüler, die eine längere Reife- und Lernzeit benötigen als nichtbehinderte Kinder, erhalten eine kürzere Schulzeit zuerkannt. Eine derartige Regelung widerspricht allen pädagogischen Grundsätzen und ist behindertenfeindlich.

Die Lehrkräfte müssen im Rahmen einer Zeugniskonferenz aufgrund ihrer Professionalität das Recht haben, von sich aus die Wiederholung einer Klasse zu beschließen. Die Initiative dazu nur den Eltern zu überlassen, kommt einer Entmündigung der Fachleute gleich.

(2) Schülerinnen und Schüler mit Sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung erhalten Berichtszeugnisse. Die Schulkonferenz kann auch beschließen, dass zusätzliche Ziffernzeugnisse erteilt werden. Sie kann auch beschließen, dass Halbjahreszeugnisse außer in den Abschlussklassen entfallen.

Streichen des Förderschwerpunktes Lernen in Absatz 2, Satz 1. Dafür wird ein neuer Absatz mit folgender Ausssage eingefügt: Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen erhalten in den Klassenstufen 1 bis 3 Berichtszeugnisse. Für die 3. Klasse kann die Schulkonferenz Zeugnisse mit Noten und verbaler Ergänzung beschließen. In den Klassen 4 bis 9 erhalten die Schüler Ziffernzeugnisse. In der Gesamtschule gelten die entsprechenden Bestimmungen.

Begründung: Förderschüler empfinden es als Diskriminierung, wenn sie andere Zeugnisse als Regelschüler erhalten. Außerdem verstehen sie die Aussagen eines Berichtszeugnisses nicht; ihren Eltern geht es ähnlich. Die Schüler können sich hinsichtlich ihrer Leistungen nicht einordnen; ihre Eltern erhalten keine auf Normen und Standards bezogene Informationen über den Leistungsstand ihrer Kinder.


§ 9 Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen

(4)In der neun Klassenstufen umfassenden Förderschule steigen Schülerinnen und Schüler ohne Versetzungsbeschluss in die nächsthöhere Klassenstufe auf.

Dieser Absatz sollte gestrichen werden. Stattdessen Beibehaltung des § 21 OSP, allerdings mit der Abänderung, dass ein Aufsteigen ohne Versetzungsbeschluss nur bis zur Klassenstufe 6 möglich ist.

Begründung: Auch Förderschüler dürfen/müssen lernen, dass eine Versetzung nur möglich ist, wenn die Leistungen in den Fächern, die Lernentwicklung und die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit die Erwartung rechtfertigen, dass eine erfolgreiche Mitarbeit in der folgenden Klassenstufe gesichert ist.



Stellungnahme zum Lehrplanentwurf ?Sonderpädagogische Förderung? (LPSoFö)


VBE begrüßt Konzept der Grundbildung

Der VBE begrüßt die Übernahme des Konzepts der Grundbildung für den Lehrplan Sonderpädaogische Förderung. Allerdings sollten die Zielsetzungen des Lehrplans in den Bereichen ?Fachbezogenes Lernen?, ?Leitthemen? und ?Fächerübergreifendes Arbeiten? durch die realistischeren Zielsetzungen des Regelschullehrplans ersetzt werden.

Für wegweisend hält es der VBE, dass die Entwicklungsbereiche in das Blickfeld der unterrichtlichen und erzieherischen Bemühungen gerückt werden; dadurch wird eine differenzierte und behindertenspezifische Lernbegleitung und Förderung möglich.


VBE fordert Erstellung eines eigenständigen Lehrplans für Förderschulen

Der VBE schlägt vor, für die Förderschulen einen eigenständigen Lehrplan auf der Grundlage der Regelschullehrpläne zu erstellen. Dieser Lehrplan muss Klassenlehrpläne mit verbindlichen Standards enthalten. Wenn das Abschlusszeugnis laut Angaben des Lehrplans SoFö an Kriterien gebunden ist, muss es in den Klassen davor auch verbindliche Kriterien geben, die zum Erreichen der Abschlusskriterien führen.

Abgelehnt wird die Möglichkeit, dass jede Schule einen eigenen Lehrplan aufstellen darf. Dadurch geht jede Vergleichbarkeit in S-H verloren. Diese ?Freiheit? für die Förderschule ist fatal, solange Regelschulen diese nicht haben; sie stellt unter diesem Aspekt eine neue Form der Diskriminierung dar.

VBE fordert Erstellung eines eigenständigen Lehrplans für die Schule für Geistigbehinderte

Der VBE fordert für die Schule für Geistigbehinderte einen eigenständigen Lehrplan, der akzeptiert, dass für geistigbehinderte Schüler/innen die situative Bewältigung typischer Handlungen und Lebenssituationen des Alltags im Vordergrund stehen muss. Vieles, was laut Lehrplan Inhalt der Regelschule ist, ist für Geistigbehinderte überhaupt nicht als sinnvoller Inhalt, als Didaktikeinheit vorstellbar. Es wird vorgeschlagen, die im Gebrauch befindlichen Lehrpläne für die Schule G (Lehrpläne G aus S-H und Bayern) zu überarbeiten und beizubehalten.


Normenbezogene Leistungsbewertung auch für Förderschüler

Eine Leistungsbeurteilung, die nur die individuelle Lernentwicklung beschreibt und sich nicht auch noch an Kriterien orientiert, die sich aus dem Beitrag des jeweiligen Faches zum Erwerb von Kompetenzen ergeben, diskriminiert Förderschüler, wird ihren Fähigkeiten nicht gerecht und bereitet sie nicht auf das Leben nach der Förderschule vor. Deshalb fordert der VBE die Übernahme der Leistungsbewertungskriterien aus dem Regelschullehrplan.


Umfang und Erstellung der Sonderpädagogischen Förderpläne der Realität anpassen

An der Förderplanung sollten nur die das Kind unterrichtenden Lehrkräfte teilnehmen. Eltern und Schüler sind dazu mit Sicherheit nicht in der Lage; ihre Teilnahme gaukelt eine Gleichberechtigung vor, die von der Sache her nicht gegeben ist.

Werden an der Förderplanung alle Personen beteiligt, die der Lehrplan vorsieht, stellt sich die Frage nach einer Kürzung der Pflichtstundenzahl für Sonderschullehrer/innen. Bei gleichbleibender Pflichtstundenzahl ist zu befürchten, dass die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts unter dem unermesslichen Zeitaufwand, der die Aufstellung derartiger Förderpläne kosten wird, erheblich zu leiden hat.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen sind Zweifel daran abgebracht, ob die kooperative Erstellung mit schulfremden Personen und die Weitergabe der Förderpläne an diese überhaupt erlaubt ist. Es muss auch noch die Finanzierung der zusätzlichen Dolmetscher und der anderen außerschulischen Personen diskutiert werden, die laut LPSoFö an der Erstellung der Förderpläne zu beteiligen sind.

VBE



                 

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