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VBE zum Erlass Rechenschwäche
Der VBE begrüßt ausdrücklich, dass mit Vorlage dieses Erlassentwurfes erstmalig die
Rechenschwäche in den Blick genommen werden soll.
Ebenso sieht der VBE die Notwendigkeit, Lernschwierigkeiten so früh wie möglich
entgegenzuwirken.
Der VBE versteht den Erlassentwurf zudem inklusiv, so dass nicht nur Kinder mit einer
diagnostizierter Rechenschwäche, sondern sämtliche Kinder mit Lernschwierigkeiten im
Fach Mathematik (bspw. bildungsferne Kinder) qualifiziert gefördert werden.
Dieser Erlassentwurf ist jedoch als Handlungsgrundlage für die Schulen ungeeignet.
Er ist unklar und übergeht den erforderlichen Bedarf an Lehrerstunden, generiert
Diskussionsbedarf in den Schulen und bindet damit Ressourcen, und er ist darüber hinaus
nicht planstellenneutral: Ohne Stunden keine Förderung bei Rechenschwäche.
Der VBE erwartet eine Neufassung.
Zu den Grundsätzen (1.)
Mit den Bestimmungen dieses Erlasses soll der interne schulische Umgang mit anhaltenden
Lernschwierigkeiten in Mathematik geregelt werden (vergl. letzter Absatz).
Wenn geregelt werden soll, dann sind allgemeine Postulate ebenso wenig hilfreich wie
Passagen, die ohnehin schon längst berücksichtigt werden oder selbstverständlich sind (2. –
3.3 – 4.5 – 5.3 – 6.2).
Dem VBE fehlt zudem die Chancengleichheit der Lernenden. Bildungsferne sowie
einkommensschwache Eltern ermöglichen ihren Kindern selten eine privatfinanzierte
außerschulische Förderung aufgrund einer Rechenschwäche. Daher ist es notwendig,
zusätzliche qualifizierte Förderung seitens der Schule anzubieten und dafür zusätzlichen
Unterricht zur Verfügung zu stellen. Geeignete Maßnahmen dürfen sich jedoch nicht im
Angstabbau erschöpfen, indem per Klassenkonferenzbeschluss Klassenarbeiten sowie
andere Noten von den allgemeinen Maßstäben der Leistungsbewertung abweichen dürfen.
Zu 2. Diagnostischer Prozess
Mit der Forderung, Erkenntnisse aus dem vorschulischen Bereich in den Anfangsunterricht
mit einzubeziehen (2.1), trifft der Erlass auf eine besondere Problematik des Übergangs von
KiTa zur Schule und steht in Konkurrenz zu datenschutzrechtlichen Problemen in der
Weitergabe von Informationen, die mehr behindern als fördern. Es wird aller Orten beklagt,
dass vorschulische Fördermaßnahmen mit dem Abschied von der KiTa enden und aufgrund
fehlender Informationen in der Grundschule nicht fortgeführt werden können. An diesen
Stellen beginnt die Grundschule quasi bei Null.
Lernstandserhebungen und Leistungsmessungen (objektiviert / standardisiert) erfordern
zusätzliche Ressourcen, sowohl in der Grundschule als auch erst recht durch die
hinzuziehbaren Förderzentren und schulpsychologischen Dienste (2.3). Sie stehen derzeit
definitiv nicht zur Verfügung. Die Möglichkeiten sind mit der Streichung der 300 Planstellen
überwiegend im Grundschulbereich verloren gegangen.
Zu 3. Fördermaßnahmen
Im Gegensatz zu der allgemeinen Kann-Bestimmung Lernpläne zu erstellen sollen nun im
mathematischen Bereich frühzeitig differenzierte Lernpläne erstellt werden.(3.1)
Rechenschwäche
Stellungnahme des VBE zum Erlassentwurf
Längere Bearbeitungszeiten erzeugen selten Verständnis, sondern verlängern die Zeit der
negativ belasteten Beschäftigung mit mathematischen Inhalten und leisten damit einer
negativ belasteten Einstellung zu mathematischen Inhalten Vorschub.
Die Aufzählung von Elementen der Förderung entspricht unangeforderten Ratschlägen.(3.2
– 3.3). Die mathematische Förderung ist Aufgabe des Mathematikunterrichts.
Intensive Förderung (3.3) kann meist nur zusätzlich zum bestehenden Unterricht erfolgen.
Hier werden wieder Lehrerstunden benötigt.
Allerdings kann die Förderaufgabe erheblich erschwert werden in zu großen Klassen oder in
Klassen mit noch ganz anderen Problemen.
Zu 4. Leistungsmessung
Während Lernende mit Lese-Rechtschreib-Schwäche Schutzmaßnahmen in der
Leistungsbewertung erhalten, erhalten ausgeprägte Dyskalkulie-Kinder dies nicht.(4.1)
4.2 klingt, als würden die meisten Rechenschwächen nach kurzer Zeit behoben sein.
Längerfristige Förderung muss Luft lassen in den Bewertungen und ggfs. den Inhalten.
Die Defizitorientierung im letzten Satz entspricht nicht den Ansprüchen des Förderns.
Der VBE spricht sich dafür aus, die Leistungsbewertung in Mathematik auch über längere
Zeiträume einschränken zu dürfen.
Zu 5. Jahrgangsstufen 5 und 6
Voraussetzungen für zeitlich begrenzte Maßnahmen (5.1) beschränken sich auf
Verfahrensschritte der Vergangenheit, die nicht unbedingt bei jeden Lernenden erfolgt sind.
Das entspricht nicht pädagogischen Grundsätzen und holt die Lernenden nicht dort ab, wo
sie stehen.
Auch hier stört die Defizitorientierung.
Welcher Lernplan enthält nicht Fördermaßnahmen? (5.3)
Zu 6. Allgemeine Bestimmungen
Jemanden im Kollegium „mit vertieften Kenntnissen über Erscheinungsformen und
Fördermöglichkeiten bei Rechenschwäche“ zu haben bzw. fortzubilden ist nach Auffassung
des VBE eminent wichtig. (6.1) Gleiches gilt natürlich auch für weiterbildende Schulen.
Fortbildungen dürfen nicht lediglich auf Grundschul- oder Sonderschullehrpersonen
beschränkt werden. Die Rechenschwäche verschwindet, wie im Erlass dargestellt, nicht ab
Klasse fünf. Daher wäre es besser, geeignete Fortbildungsmaßnahmen für Prävention und
Förderung sämtlichen Lehrkräften zur Verfügung zu stellen.
Schlussbemerkung:
Dieser Erlass ist in dieser Fassung keine Hilfe. Es besteht die Befürchtung, dass umfangreiche Handreichungen nachgeliefert werden müssen.


                 

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