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VBE zum Erlass-Entwurf ?verlässliche Grundschule?
Ja zur ?verlässlichen Grundschule?- Nein zu diesem Erlass-Entwurf


Stellungnahme des VBE zum Erlass-Entwurf ?verlässliche Grundschule?


Der VBE begrüßt jedes Bemühen um mehr Verlässlichkeit von Schulen.
Verlässlichkeit von Schule bedeutet, dass Eltern und Schüler sich auf ihre Schule verlassen können
- in Bezug auf die Unterrichtsinhalte
- in Bezug auf die Unterrichtsversorgung und
- in Bezug auf einen gesicherten Stundenplan.

Bildung und Erziehung müssen verlässlich sicher gestellt sein.

Dies strebte und strebt jede Schule schon immer an.

Das Ziel wird allerdings oft erschwert durch eine zu knappe Lehrerstundenversorgung.

Der vorliegende Erlassentwurf stellt eine überwiegend sozialpolitische und weniger eine bildungspolitische Maßnahme dar.
Diese Sichtweise kann vom VBE nicht mitgetragen werden, vielmehr geht es uns um ein angemessenes und sinnvolles Füllen des schulischen Zeitrahmens im Interesse verbesserter Bildungsmöglichkeiten unserer Kinder.

Eine verlässliche Grundschule mit festem Zeitrahmen von 8 bis 13 Uhr kümmert sich nur um eine Nebensächlichkeit, wenn sie diese Zeit nicht mit Unterricht füllt.

Wenn dagegen die Unterrichtszeit erhöht wird, werden auch die täglichen Schulzeiten gesichert (siehe Realschule, Gymnasium).

Der VBE hat sich schon vor Jahren (1989) für einen ?Lebensraum Grundschule? eingesetzt, in dem die Kinder in pädagogisch durchstrukturierten Schulzeiten Bildung und Erziehung erfahren.


Diesen vorgelegten Erlass-Entwurf lehnt der VBE jedoch ab:

1. Die gesetzten Ziele werden schwerlich erreicht.

2. Der Erlass selber bietet keine verlässlichen Rahmenbedingungen.

3. Der geplante Einsatz der Lehrkräfte kann so keinesfalls mitgetragen werden.

4. Die Vorgehensweise des Ministeriums verhindert eine verlässliche Umsetzung.

5. Aus den intensiven Berechnungen der Praktiker ergibt sich:

- Zugunsten einer Verlässlichkeit müssen, wenn nicht eine deutlich erhöhte Versorgung mit Lehrerstunden erfolgt, alle Förder-, AG-, und Teilerstunden entfallen;

- Vollzeitkräfte können nur noch bedingt mit ihren Stunden eingesetzt werden;

- Der Anteil der Teilzeitkräfte, die an einer Schule arbeiten, muss deutlich erhöht werden;

- Eine Kooperation mit Förderschulen ist kaum noch möglich; die bestehenden Integrationsmaßnahmen können dann nur noch eingeschränkt oder gar nicht fortgesetzt werden;

- Schulkindergärten können nicht mehr eingerichtet werden;

- Da die Lehrerzuweisung an ?korrekt gebildeten? Klassen orientiert ist, wird die Einrichtung neuer Integrationsklassen kaum noch erfolgen können;

- kombinierte Grund- und Hauptschulen stehen durch die unterschiedliche Rhythmisierung des Schulvormittags vor nahezu unlösbaren Aufgaben, da die Fachlehrer (m/w) in beiden Schularten eingesetzt werden;

- Bestehende Betreuungsangebote sind in ihrem Bestand gefährdet; Arbeitsplätze gehen verloren, die dringend gebraucht werden.


Auf die willkürlich vorgegebenen Fragen und Antworten gehen wir in unserer Stellungnahme nicht ein, da sie keine juristische Bedeutung haben.
Sie stehen im Imperativ, sollten jedoch im Konjunktiv formuliert sein!

Von juristischer Bedeutung ist lediglich der Erlass.


Der Erlass-Entwurf

Der Erlass-Entwurf ist in 6 Punkte unterteilt.
Zu jedem dieser Punkte hier unsere Stellungnahme:

1.
Ein Erlass von solcher umwälzenden Tragweite sollte schrittweise in Regionen mit ausreichendem Zeitvorlauf vorbereitet und umgesetzt werden.
Die Umsetzung darf nur erfolgen, wenn die dafür erforderlichen Planstellen zur Verfügung stehen. Der Erlass muss den erhöhten Bedarf an Lehrerstunden ausdrücklich festlegen.
Nur so kann ein verlässlicher Planungsrahmen geschaffen werden.

2.
Der vorgegebene feste Zeitrahmen erzwingt einen erheblichen Mehrbedarf an Lehrerstunden, weit über den in der derzeitigen Diskussion von 1,1 Lehrerstunden für je 22 Schülerinnen und Schüler, wenn die Förder-, AG- und Teilerstunden, die weiterhin dringend erforderlich sein werden, bestehen bleiben sollen und die im Schulprogramm beschlossenen Vorhaben umgesetzt werden sollen.

3.
Unklar ist, was in diesem Erlass-Entwurf unter Rhythmisierung verstanden wird.

Der VBE geht davon aus, dass jahrgangs-, klassen- und gruppenübergreifendes Arbeiten sowie das Arbeiten in Projekten Elemente einer jeden Schule sind.
Der Verdacht liegt nahe, dass hier an Einsparmöglichkeiten durch Vergrößerung der Gruppen gedacht wurde.

4.
Das zugewiesene Stundenkontingent bestimmt darüber, wie viele Klassen gebildet werden können. In kleineren Grundschulen wird dies eine Zusammenlegung von Klassen erforderlich machen.

5.
Der Hinweis, dass die Anwesenheitszeiten der Lehrkräfte von der Unterrichtsorganisation bestimmt werden, beinhaltet die Möglichkeit einer erweiterten Präsenzpflicht.
Dies sollte dann der Ehrlichkeit halber deutlich gesagt werden.

6.
Gegen die Verrechnung der ?Ergänzungszeiten? zu 50% auf die Unterrichtsverpflichtung wird der VBE juristische Mittel einsetzen.

- Uns ist kein Beruf bekannt, in dem die Arbeitsverrichtung in Teilbereichen zu 50% bewertet und entlohnt wird und so zu einer Verlängerung der Arbeitszeit führt.
- Nicht einmal Bereitschaftszeiten bei anderen Institutionen (Polizei, Feuerwehr) werden nur anteilig bezahlt (anders die Anrufbereitschaften zu Hause).
- Das Bilden von Arbeitszeitkonten ist unrealistisch; für Vollzeitkräfte besteht keine Möglichkeit; zudem wird es schwer sein, die Anzahl der für die Grundversorgung erforderlichen Lehrerstunden zu erhalten.


Diese Verrechnung ist Mehrarbeit!

Wenn die Arbeitszeit der Lehrkräfte neu definiert werden soll, dann bedarf es einer klaren rechtlichen Regelung!


Dem Erlasspaket beigefügt ist ein Fragen- und Antwortenkatalog.

Hier werden Vorstellungen zur Umsetzung mitgeteilt, die im Schulalltag keine Entsprechungen finden. Sie suggerieren, dass im Vorfeld die Problembereiche erkannt und behoben worden sind. Konkrete Berechnungen in den einzelnen Schulen kommen jedoch zu anderen Erkenntnissen.

Verwaltungsrechtlich ist dieser Fragen- und Antwortenkatalog ohne Belang.

Dem Erlass-Entwurf fehlen die sonst üblichen Begründungen.



Die Ziele

Das Konzept für eine verlässliche Grundschule beschreibt laut PISA-Papier folgende Ziele:

- Verbesserung der Grundschulbildung und durchgängige Verbesserung der Lesekompetenz und des grundlegenden Verständnisses mathematischer und naturwissenschaftlicher Zusammenhänge

- verlängerte Lernzeiten

- Bildungsbenachteiligung auf Grund sozialer Herkunft verringern
(Zitat vom 20.8. vom MBWFK)

Für den VBE ist im Erlass-Entwurf kein nennenswerter Bildungsgewinn für die Schülerinnen und Schüler erkennbar.
Nur wenn die Unterrichtszeit gesteigert wird anstatt die Anwesenheit ?verlässlich? zu organisieren, kann der gegenwärtigen Diskussion um ?PISA? und der damit verbundenen Forderung nach Qualitätssteigerung in der Schule Rechnung getragen werden.



Zur Vorgehensweise

Diese Stellungnahme wird bis zum 15. Februar erwartet.

Die Schulleitungen der betroffenen Schulen sollen noch vor diesem Termin ein fertiges Konzept vorlegen.

Durch die Veröffentlichung der Fragen und Antworten in ?Schule heute?, dem Beiblatt des Nachrichtenblattes im Dezember, wurde der Eindruck erweckt, als sei dies der Erlass.
Der eigentliche Erlass-Entwurf geht auf diese kaum ein.

Die betroffenen Schulen werden unter übermäßigen Zeitdruck gesetzt.

Mitbestimmungsangelegenheiten in diesem Verfahren können nicht unter diesem Zeitdruck geprüft werden.

Zeitgleich wird der neue Erlass zu den Lernplänen mit erheblicher Mehrarbeit über die Lehrkräfte hereinbrechen.


Der VBE ist überzeugt, dass mit solcher Vorgehensweise eine gesicherte und verlässliche Umsetzung dieser an sich guten Idee nicht möglich ist.


Wir vom VBE empfehlen dringend,

- das Anhörungsverfahren abzuwarten, auszuwerten und Veränderungen vorzunehmen

- das Mitbestimmungsverfahren durchzuführen

- die Vorgabe an die betroffenen Schulen, noch vor Ende des Anhörungszeitraums ein fertiges Konzept vorzulegen, zurückzuziehen

- den Erlass aufzuschieben

- und mit wenigen Schulen auf freiwilliger Basis zu beginnen,

damit die durchweg positiven Intentionen, die mit dem Streben nach einer verlässlichen Grundschule verbunden sind, auf breiten Konsens stoßen und realisiert werden können.


Rüdiger Gummert
Landesvorsitzender



                 

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