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IGLU: Ein neues Märchen der Landesregierung

Deutschland hat sich an IGLU mit einer Stichprobe von rund 10.000 Schülern in 246 Schulen mit je 2 ?Klassen beteiligt. In Schleswig-Holstein waren sechs Schulen dabei. Unter den 35 beteiligten Ländern liegt Deutschland im obersten Leistungsdrittel. Lediglich 3 Länder, Schweden, Niederlande und England schneiden deutlich besser ab.

Für die Bildungsministerin Erdsiek-Rave ist IGLU Anlass zur der Feststellung, dass es uns an den Grundschulen gelungen sei, mit neuen methodischen Verfahren und didaktischen Ansätzen die Lernfreude der Kinder anzuregen, den sozialen Zusammenhalt zu fördern, die Leistungsmotivation und das Selbstvertrauen der Schulkinder zu stärken. Die entscheidende Erkenntnis aus IGLU ist nach Ansicht der Ministerin jedoch, dass das gegliederte Schulsystem insgesamt unter neuen Vorzeichen betrachtet werden müsse. Man dürfe nicht länger hinnehmen, dass unser Schulsystem so stark ausgrenze und Begabungen brach liegen lässt.

Die Bundesbildungsministerin hat sogleich die Einführung der achtjährigen Einheitsschule in Deutschland gefordert, und zwar mit der Begründung, bei IGLU hätten die deutschen Schüler besser als bei PISA abgeschnitten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft singt Lobeshymnen auf die Grundschule, weil sie die Überlegenheit der Gesamtschule beweisen würde.

IGLU-Jubel fehl am Platz

Vor falschen Schlussfolgerungen aus dem relativ guten Abschneiden bei der internationalen Leseuntersuchung warnt der Berliner Erziehungswissenschaftler Dieter Lenzen (Der Tagesspiegel, 11.04.2003):
· Es nahmen ganz unterschiedliche Staaten an beiden Untersuchungen teil. Von den 20 Ländern, die bei PISA vor Deutschland lagen, waren bei IGLU zehn gar nicht mehr dabei, darunter solche Spitzenreiter wie Finnland, Japan und Korea. Stattdessen kamen extrem viele schwächere Länder wie Belize, Iran, Marokko und Kolumbien hinzu.
· Bei PISA wurden 15-Jährige getestet. Die aber sind in Deutschland meist erst in der neunten Klasse, weltweit aber schon in der zehnten: Ein offensichtlicher Nachteil für die deutschen Teilnehmer. Bei IGLU waren die Deutschen leicht im Vorteil, weil die Viertklässler hier im Schnitt ein Jahr älter sind als international.
· Die Testaufgaben lassen sich nicht ohne weiteres vergleichen. Bei PISA etwa waren die deutschen Schüler beispielsweise auffallend häufig bei Fragen gescheitert, wo es um das Verstehen von Gebrauchsanweisungen ging. Solche Aufgaben kamen bei IGLU nicht vor.

Auch den IGLU-Verantwortlichen war klar, dass der Vergleich zwischen PISA und IGLU nur unter Vorbehalt möglich ist. Darauf weisen sie im Abschlussbericht hin. Deshalb ist es nach Ansicht Lenzens völlig falsch, aus dem Vergleich beider Tests etwa zu folgern, dass die Grundschule aufgrund ihres Gesamtschulcharakters dem gegliederten Schulsystem überlegen sei.

Zusätzlich warnt Lenzen davor, die Grundschulen zu bejubeln. Er verweist darauf, dass 10 Prozent der bei IGLU getesteten Viertklässer zur Risikogruppe gehören, weil sie extrem schlecht lesen können. Und insgesamt sind über 30 Prozent von schulischem Misserfolg bedroht, wenn sie nach Klasse 4 nicht zusätzlich gefördert werden.

Integrative Systeme sind in der BRD gescheitert

IGLU ändert nichts an der Tatsache, dass das nach vier Grundschuljahren einsetzende gegliederte Schulsystem in Deutschland den integrativen Systemen überlegen ist. Absurd ist deshalb die Forderung nach einer Verlängerung der Grundschulzeit. Gegen die schulpolitischen Vorstellungen
der sozialdemokratischen Bildungspolitiker sprechen eindeutige Fakten: Die nationale empirische Schulforschung macht seit Jahrzehnten deutlich, dass bisher alle Modelle einer verlängerten Grundschule, einer integrierten Orientierungsstufe und einer Gesamtschule gescheitert sind.

Außerdem haben mit Bayern und Baden-Württemberg bei PISA diejenigen Bundesländer im innerdeutschen Vergleich am besten abgeschnitten, die nach vier Grundschuljahren eine klare Schuldifferenzierung betreiben. Hier gilt es nun anzusetzen: eine Strukturdebatte ist dringend notwendig.
Siegfried Latussek, VBE-Kreisvorsitzender in Lübeck



                 

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