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13. Januar 2026

Belastungen – Überbeanspruchungen abbauen!

Ergebnis der 4. VBE-Befragung von Lehrkräften

Der VBE hatte im Herbst der Jahre 2011, 2015 und 2021 bei Personalräten von jeweils 200 Schulen (überwiegend Grundschulen, Gemeinschaftsschulen und Förderzentren) eine Spontanbefragung durchgeführt, um die aktuell stärksten Belastungen der Lehrkräfte zu erfassen. Aktuell nun die 4. Befragung aus dem Herbst 2025.

In dieser qualitativen Befragung schrieben die Personen damals wie auch heute in freier Nennung die drei belastendsten Faktoren auf, ohne auf vorgefertigte Merkmale zurückzugreifen. In der Zusammenfassung wurden die Mehrfachnennungen addiert und zu Themengruppen zusammengeführt. Auf den sechs Personalräteschulungen im Herbst 2025 beantworteten die etwa 200 teilnehmendenPersonalräte spontan die Frage nach den derzeit drei größten Belastungen in ihren Schulen. In der Auswertung dieser qualitativen Befragung wurden die Antworten geclustert.

Für Förderzentren vermerkten ihre Personalräte zusätzlich: Zu wenig Zeit/Stunden für Standorte, Wirkung der wenigen Stunden zu gering.

Damit stehen 2025 Termindichte, zusätzliche Aufgaben, Verwaltungsaufwand sowie der Vertretungsunterricht im Vordergrund. Das alles bringt eine belastende Unruhe in die Schulen und endet häufig in der Bemerkung: „Ich habe keine Zeit mehr für die Vorbereitung meines Unterrichts.“


„Ich habe keine Zeit mehr für die Vorbereitung meines Unterrichts.“

Unter dem Strich führen der Vertretungsunterricht und die damit verbundene Mehrarbeit durch den eklatanten Lehrkräftemangel  (s. o.), die Menge der zeitfressenden Sitzungen und das herausfordernde Schülerverhalten mit all seinen Begleiterscheinungen für die Lehrkräfte schon seit mehr als 14 Jahren zu einer hohen Last im Lehrerberuf. Stetig verstärkt hat sich der Verwaltungsaufwand und hält die Lehrkräfte von der Vorbereitung des Unterrichts ab.

Geändert hat sich nichts. Es wurden nur, sofern möglich gewesen, neue Lehrkräfte vor das alte und bekannte Problem gestellt. Es ist aber nicht Aufgabe der Verantwortlichen, die Lehrkräfte vom Unterrichten abzuhalten.

Bereits in den Jahren 2011, 2015 und 2021 hat der VBE Befragungen der gleichen Art durchgeführt. Die Dauerbrenner unseres Schulsystems sind Sitzungs- bzw. Termindichte, Verwaltungsaufwand, Vertretungsunterricht, schwieriges Verhalten bzw. umfangreicher Differenzierungsbedarf – und das seit mehr als 14 Jahren.

Der VBE fordert:

Der VBE wird aus diesen Erkenntnissen seine Ansprüche an eine gesunde Bildungs- und Personalpolitik erheben, die die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Lehrkräfte stärkt, indem sie Überbeanspruchungen wahrnimmt und aktiv abbaut.

Unterrichten am Limit ist keine Dauerlösung

  • Lernen muss unter gesunden Bedingungen stattfinden.
  • Intelligente Lehrergewinnungsstrategien. Der VBE hat hierzu Vorschläge erarbeitet.
  • Entlastungsstunden schaffen Luft und dienen der Gesundheit.
  • Klassenlehrkräfte brauchen dringend eine Entlastungsstunde.
  • Zusätzliche Aufgaben müssen endlich mit Entlastung gegenfinanziert werden.
  • Qualifizierte Doppelbesetzung ist unantastbar. Sie muss nachhaltig gesichert werden.
  • Das betriebliche Gesundheitsmanagement muss sehr ernsthaft betrieben werden; Anerkennung der Ergebnisse der Statuserhebung.

Wir haben deutlich zu wenig Lehrkräfte in Schleswig Holstein.

Sowohl die Gesundheit der Lehrenden als auch die Gesundheit der Lernenden bedingen einander und sind ein wertvolles Gut.

Alle an und in der Schule Beteiligten tragen Verantwortung für ein gelingendes Lernen.

Sie haben nicht die Aufgabe, Unterrichten zu erschweren, sondern Unterricht unter erschwerten Bedingungen mit Begleitmaßnahmen zu stärken und zu unterstützen.

Sie haben auch nicht die Aufgabe, alle Rahmenvorgaben auf „Deubel komm raus“ einzuhalten.

Im Zentrum schulischen Handelns steht das Lernen unter gesunden Bedingungen. Dazu gehören Zeit, Ruhe und Gelassenheit. Schulen, die dies beherzigen, gehören zu den erfolgreichen Schulen.