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10 Tropfen-1 Minute -4 Tropfen – Eine anwendbare Testtrategie sieht anders aus!
„Diese genaue Angaben in den Bedienungshinweisen für die aktuellen Selbst-Schnelltests von Siemens lassen Praktikabilität in der schulischen Anwendung vermissen“ so Christian Schmarbeck vom VBE am 19.04.2021 in Kiel.
Die aktuelle schulische Schnelltest-Strategie der Landesregierung verfolgt die Leitlinie, dass Lehrkräfte die Schnelltests nur beaufsichtigen und anleiten müssen. Eine medizinische Anleitung oder „Schutzausrüstung" sei nicht nötig, Kinder können die Tests selbstständig durchführen. Insbesondere im Falle von Kindern im Grundschulalter, ist dieses Vorgehen aufgrund der Komplexität sehr fehleranfällig. „Wir erwarten hier von Kindern, die zum Teil noch keine Schleife binden können, bei der Durchführung dieser Selbsttests motorische Fertigkeiten, die sie nicht haben“, so Schmarbeck.
Ob jemals zuvor die politischen Entscheidungsträger der Selbsttestung in einer Schule beigewohnt haben, die in Kleingruppen versuchten gemeinsam relativ zeitgleich den „alten“ Roche-Test durchzuführen, ohne im Sprechchor ohne MNB viermal in der Nase zu kreisen, anschließend im Röhrchen zu rühren und dann eine festgelegte Anzahl an Tropfen in den Test einzufüllen?
Die Kinder tun ihr Bestes, die Lehrkräfte auch. Schon vor der Pandemie und mit großer Personalnot. Nun wurde das 25er Testpaket gegen ein 20er Paket von Siemens ausgetauscht. Pro 10 Tests steht eine kleine Flasche mit der Testflüssigkeit zur Verfügung. Exakt 10 Tropfen sollen in ein kleines Reagenzglas gefüllt werden (aber wegen der Verflüchtigung dürfen die Gläschen nicht vorher präpariert werden), die Flasche wird von Kind zu Kind gereicht, exakt 1 Minute lang soll das zuvor in der Nase abgenommene Nasensekret dann am Wattestäbchen im Gläschen „eingeweicht“ werden, um anschließend exakt 4 Tröpfchen in den Test zu träufeln. Das alles ohne Hilfe der auf den Abstand achtenden Lehrkraft, aber mit eigenem Timer?
Und dann sind da noch unter den 25 Schülerinnen und Schüler die Kinder, die Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, leicht ablenkbar sind und eine geringe Frustrationstoleranz besitzen – die also eine besondere Ansprache und Zuwendung benötigen.
Das alles geschieht in der 1. Unterrichtsstunde und alle drei Tage. Was völlig außer Acht gelassen wurde, ist die für die Validität der Testergebnisse wichtige Frage: „Wie viele Kinder kann man wirklich zeitgleich dabei beobachten, dass der Test korrekt durchgeführt? Insbesondere bei so wenig Spielraum in der Testdurchführung. Es lässt sich vielleicht drüber streiten, ob es vier, fünf oder vielleicht sogar sechs Kinder sind. Eine ganze Klasse ist es mit Sicherheit nicht!“, so urteilt Schmarbeck.
Schulen werden sich genötigt sehen, die einzelnen Klassen in Testgruppen aufzuteilen und dann nacheinander zu testen. Daraus resultiert die nächste Frage: Wie soll gleichzeitige Beaufsichtigung von sich selbst testenden Kindern und auf den Selbsttest bzw. den Unterricht wartenden Kinder
organisiert werden? Bei einem positiven Testergebnis „..ist darauf zu achten, dass die Kinder sich nicht allein gelassen fühlen und eine altersgemäße Betreuung gewährleistet ist.“ (Corona-Info 26)
Um dies zu garantieren, ist ein immenser organisatorischer Aufwand von Seiten der Schule zu leisten. Das schafft die eine oder andere Schule einfach personell nicht.
Bei der aktuellen Gefahr vieler Durchführungsfehlerquellen scheinen die Tests teuer, aufwendig, sehr anfällig für Fehler und somit letzten Endes nicht valide zu sein. Pharmakonzerne wären sicherlich in der Lage gewesen, Selbsttest für die Altersgruppe 6-12 zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen. Warum ist das nicht geschehen?
Weder Eltern, noch Schüler*innen noch Lehrkräften ist so ein „fehleranfälliges Gewurschtel“ als Strategie zu verkaufen. Seit Jahren setzt sich der VBE dafür ein, dass Schulgesundheitsfachkräfte und sozialpädagogisches Personal als systemische Stärkung in Schulen einsetzt werden. Gerade jetzt wird deutlicher denn je, dass uns diese Professionen an allen Ecken und Ende fehlen.
Schon wieder werden Schulen durch die Vorgaben der Politik mit einer Erwartungshaltung konfrontiert, für deren Erfüllung die notwendigen Ressourcen schlicht und ergreifend nicht da sind.
Der VBE erwartet eine zeitnahe und repräsentative Evaluation und daraus resultierend eine Anpassung der Teststrategie, damit Schulen zu einem sicheren Ort werden können.
Christian Schmarbeck, Landesvorsitzender des VBE


                 

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