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?Mit Worten lässt sich trefflich streiten,
?Mit Worten lässt sich trefflich streiten,
mit Worten ein System bereiten? (Goethe)

Zu pädagogischen Themen fanden wir in den Kieler Nachrichten am 7. November 2001 gleich zwei wortreiche Mitteilungen, die Licht auf unsere Schulwirklichkeit werfen.

Zum Einen fragten sich Arbeitswissenschaftler und Gewerkschaftler ?Wer schützt Lehrer vor Stress??, zum Anderen sollten Schüler mehr Betreuung finden, indem die Schule nachmittags geöffnet bleibt, wie die Ministerin Erdsiek-Rave erklärte.

Macht Schule krank? Berechtigt, doch etwas delikat, ist die öffentlich angezettelte Diskussion um den Gesundheitsschutz für Lehrkräfte. Die GEW , die noch vor wenigen Jahren einen Vertrag mit dem Ministerium ohne Not ausgehandelt hat, der uns alle seitdem in Form einer Vorgriffsstunde Mehrarbeit beschert, kümmert sich plötzlich um die Belasteten. Ein Zeichen von später Reue oder Wiedergutmachung? Glaubwürdiger wird ihr Handeln dadurch kaum.
Warum wird dieses Thema des erforderlichen Gesundheitsschutzes gerade jetzt in die Öffentlichkeit gerückt?
Wir stehen händeringend vor einem abzusehenden Lehrermangel! Unser Bemühen ist es, auf die positiven Seiten des Lehrerberufes hinzuweisen und junge Menschen zu gewinnen, sich für diesen interessanten Beruf zu entscheiden.
Tatsache ist: Leicht ist unser Beruf nicht.
Doch er bietet ein großes Maß an eigenständiger Arbeit mit Menschen bei einer gesicherten, guten Bezahlung. Wer sich für die Lehrtätigkeit entscheidet, sollte zumindest ahnen, dass durch die Veränderungen in unserer Gesellschaft der Umgang mit Schülerinnen und Schülern nicht immer leicht sein wird. Diese Herausforderungen anzunehmen und auch Fehlschläge einzustecken, ohne zu verzweifeln, kostet Kraft, viel Kraft.

Doch behaupte ich, dass es nicht die Schule ist, die krank macht. Vielmehr sind es die Verhältnisse, die uns Lehrer krank machen können, wenn beispielsweise das Arbeitsklima gestört ist, der Rückhalt bei Vorgesetzten oder auch Eltern fehlt, unsere Arbeit bei den Verantwortlichen in der Politik wenig Anerkennung findet.

Wir müssen also prüfen, ob wir krankmachende Verhältnisse uns selbst geschaffen haben, denn dann können wir sie auch selbst wieder zurechtrücken.
Ich denke in dieser Hinsicht an eine übertriebene Schulprogrammarbeit, die neben Bildung und Erziehung neue, betriebswirtschaftliche Qualitäten von einem Kollegium fordert und oft zu einer wahren Flut von Konferenzen sich entwickelt, unter der alle ? und besonders Teilzeitbeschäftigte ? aufstöhnen. Kraft und Energie werden hier dem Unterrichten und dem Umgang mit den Kindern und Jugendlichen entzogen.
Die Entscheidung, wie viel Arbeitsaufwand in die Programmarbeit einfließt, kann nicht von oben verordnet werden, sondern hier müssen alle Beteiligten, vor allem verantwortliche Schulleiter und Personalräte, das richtige Maß erkennen und die Verhältnisse wieder zurechtrücken.

Noch ist die Organisation der Entwicklung eines Schulprogramms aufgrund der Methodik so angelegt, dass die Beteiligten schnell zu Entscheidungen verführt werden, die eine erhebliche Mehrbelastung zur Folge haben.
Personalentwicklung und Fremdsprachenfrühbeginn sind ebensolche Fallen der Mehrarbeit und Belastung wie auch die aktuelle Erweiterung von Ganztagsbetreuung, mit denen wir vorsichtig umgehen sollten, damit wir nicht hineintappen und zum Nulltarif gefangen werden.

Vieles haben wir also selbst in der Hand, auch die Formen des Umgangs miteinander. Sie können sehr belastend sein und fordern nicht nur Schulräte, Schulleiter und Schulleiterinnen zu einem integrativen und transparenten Verhalten auf. Kolleginnen und Kollegen sollten ebenso wissen, dass wir nur mit einem ausgewogenen Maß von Pflichten und Rechten, von Einsatz und Distanz ein gesundes Arbeitsklima schaffen können.

Doch wenig Einfluss haben wir auf Verhältnisse, die bildungspolitisch und arbeitsrechtlich entschieden worden sind. Neben den gestiegenen Erwartungshaltungen in Politik und Gesellschaft haben uns oft verbale Herabsetzungen und Vergleiche gravierend getroffen. Gerade im Bereich der Pädagogik sollte man wissen, dass Motivation so nicht aufgebaut und vor allem Nachwuchs, also eine junge engagierte Pädagogengeneration, nicht gewonnen werden kann.

Wenn auf der politischen Ebene des Landes und des Bundes im Bildungsbereich demotivierende Arbeitsbedingungen, oft aus finanziellen Nöten heraus, geschaffen werden, bildet sich kein gesundes und attraktives Arbeitsklima heraus. Es ist unsere Jugend, die letztendlich leidet, wenn generell Altersermäßigungen und ebenso Ausgleichsstunden für Stellvertreter in der Schulleitung gestrichen, wenn Mehrarbeit von 0,6 Wochenstunden verordnet, wenn die Besoldung besonders bei jungen Kollegen und Kolleginnen kurz gehalten wird.

Auf unserer Delegiertenversammlung am 11. Oktober 2001 hat unsere Ministerin versucht, die Leistungen der Lehrkräfte herauszustellen. Und da ihr im Hinblick auf finanzielle Anreize die Hände gebunden sind, schlug sie den bei Pädagogen so wirksamen Weg ein, an unsere pädagogische Ethik zu appellieren. Sie wies auf die Wirkung des Lehrers als eines guten Vorbildes hin. Diese These vertrat sie auch auf der letzten Veranstaltung des Schulleiterverbandes. Neben der wissenschaftlichen Seite soll nun vor allem die menschliche Seite des Lehrers hervorgehoben werden. Werden wir dazu ausgebildet oder sollen wir uns an eigene Vorbilder erinnern, um ein guter Lehrer zu werden? Haben unsere Vorbilder ihren Arbeitseinsatz unter allen Bedingungen zur Verfügung gestellt? Werden wir als Vorbilder unseren Arbeitseinsatz unter allen Bedingungen zur Verfügung stellen? Leisten wir diese Vorbildfunktion, egal was passiert?

Der VBE begrüßt jede Form von Anerkennung, doch sieht er vor allem seine Aufgabe darin, für Arbeitsbedingungen zu kämpfen, die eine ?gesunde Schule? schaffen.

Und: Wir erwarten Taten!
Dazu zählen der VBE:
- kleine Klassen
- mehr Entlastung der Konrektoren
- Gewährung der Altersteilzeit
- Gewährung von mehr Altersermäßigung
- Angemessene Regenerationsmaßnahmen (z.B. Kuren)
- Einrichtung arbeitsärztlicher Dienste
- Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse der psychologischen Institute (Potsdam, Erlangen, Mannheim, Marburg)
- Zuerkennung von Ausgleichsstunden für Sondermaßnahmen (Personalentwicklung und Fremdsprachenfrühbeginn, etc)

Ein erster Schritt war die Entlastung der Schulleiter und Schulleiterinnen mit einer Ausweitung ihrer Ausgleichsstunden.

Alle diese Maßnahmen kosten selbstverständlich Geld. In schwierigen Zeiten ist der Mut zur Investition gefragt. Der Bildungsbereich darf nicht niedergedrückt, sondern muss gestärkt werden.
Die Erhaltung der Gesundheit und Arbeitskraft der im Dienst befindlichen Lehrerschaft wird Kosten einsparen, wenn die derzeit häufigen frühzeitigen Pensionierungen zurückgehen.
Prävention ist das anerkannte Verfahren im Gesundheitswesen.

Es gibt viele Wege, sich zu schützen.

Einer davon könnte lauten:
?Ich gebe guten Unterricht, mehr ist leider nicht drin.?

Rüdiger Gummert
Landesvorsitzender



                 

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