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VBE nimmt Stellung zum Inklusionsbericht der Landesregierung
Der VBE nimmt diesen Bericht sehr ernst, da er Auswirkungen auf alle Schularten vom Förderzentrum bis hin zum Gymnasium und den beruflichen Schulen hat: Inklusion ist nach Auffassung des VBE Thema aller in der Gesellschaft.
Im Folgenden nimmt der VBE zunächst Stellung zum Bericht und schließt seine Forderungen an eine wirkungsvolle Umsetzung von Inklusion an.

Der VBE begrüßt das Bekenntnis der Landesregierung zur Eigenständigkeit der Förderzentren und damit der Sonderpädagogik in Schleswig-Holstein. (21 )
Auch die Erkenntnis, dass ?jeweils nur Förderzentren Verbindungen miteinander eingehen und dass sie nicht allgemein bildenden Schulen angegliedert werden?, wird vom VBE als wichtiger Schritt zur Erhaltung und Stärkung des Fachwissens in der Sonderpädagogik begrüßt. (21)

Keinen Zuspruch finden weite Teile des Berichtes. Dazu zählen insbesondere
- die Auffassungen der Landesregierung, dass
o Inklusion mit den bestehenden Ressourcen möglich gemacht werden soll
o Förderzentren L-S-E ?Schulen ohne Schüler? (32) werden sollen.
- die verzerrte Darstellung der Situation vor Ort und
- die im Bericht fehlende Sorgfalt um Begriffsklarheit.

Zur Erläuterung:

?Die bisherige Entwicklung hat gezeigt, dass sich die inklusive Beschulung im Rahmen der vorhandenen Ressourcen verwirklichen lässt.?(34)
An gleicher Stelle: ?Inklusion lässt sich ?personell nahezu kostenneutral umsetzen?.(34)
Der Bericht begründet folgendermaßen: ?Das kann an dem Beispiel der Förderzentren belegt werden. Denn die Förderzentren können ihrer Dienstleistungsfunktion für die allgemein bildenden Schulen deshalb so wirksam nachkommen, weil im gleichen Maß, wie sie sich dort engagieren, die Zahl ihrer eigenen Schülerinnen und Schüler abgenommen hat. ..?(34)

Widerspruch:
Jeder Lernende mit sonderpädagogischem Förderbedarf erhält im Förderzentrum Lernen (mit den beigefügten Förderschwerpunkten Sprache und soz.- emot. Entwicklung) im Durchschnitt 25 Unterrichtsstunden, die von sonderpädagogischer Förderung geprägt sind. Das beinhaltet neben Deutsch, Mathematik und Sachunterricht, ebenso die anderen Fächer von Sport über Englisch und Weltkunde bis hin zu Musik und Kunst. Wird ein inklusives Lernen in der allgemein bildenden Schule umgesetzt, muss also folgerichtig in ebenso umfangreicher Form sonderpädagogische Förderung sicher gestellt werden und darf sich nicht auf 10 Stunden Deutsch und Mathematik (32) oder gar auf Leseintensivkurse (32) beschränken, sondern muss ? und das ist in den meisten Fällen erforderlich ? den gesamten Stundenplan umfassen. Da jedes Förderzentrum mehrere Schulen zu betreuen hat und zwangsläufig diese Lernenden verteilt und sogar vereinzelt sind, ist ein wesentlich höherer Lehrereinsatz erforderlich als derzeit. Eine Bündelung der Lernenden mit sopäd. Förderbedarf in bestimmten allgemein bildenden Schulen oder gar in ?Sonderklassen? ist aus der inklusiven Intention nicht akzeptabel.

Der VBE stellt also fest, dass die Auffassung planstellenneutraler Inklusion den umfangreichen Förderbedarf der Kinder und Jugendlichen übergeht und die erforderliche umfangreiche Hilfeleistung unterlässt.
Der VBE fordert für den Aufbau einer angemessenen Inklusion den Zuwachs an sonderpädagogischen Planstellen in dreistelliger Höhe und bis zur Umsetzung dieses erheblichen finanziellen Aufwandes den Unterricht für die Lernenden mit umfangreichen Förderbedarf in den Förderzentren. Förderzentren müssen auch danach als ?Schulen mit Schülern? ein Angebot sein.
Ebenso fordert der VBE die Landesregierung auf, das Elternwahlrecht zu respektieren und Eltern die Möglichkeit einzuräumen, sich für das Förderzentrum als einen in Frage kommenden Förderort entscheiden zu können.
VBE: Vollständige Inklusion liegt noch lange nicht vor, wenn alle Schülerinnen und Schüler in den allgemein bildenden Schulen untergebracht sind. Inklusion liegt erst dann vor, wenn alle Schülerinnen und Schüler mit Behinderung umfangreich gefördert werden können. Und die notwendigen Hilfe-, Unterstützungs- und Fördersysteme arbeiten können.
Es gibt immer Kinder und Jugendliche, die in einem Schulsystem - wie auch immer - nicht zurecht kommen. Für diese muss eine Schule vorgehalten werden.

Die Situation vor Ort wird verzerrt dargestellt
Der Bericht der Landesregierung ist aus der Sicht der Ministerialbürokratie abgefasst und nimmt die Situation der Schulen nur ungenügend auf. Sich nicht wieder zu finden, führt zu Unverständnis, Kopfschütteln, zu fehlender Identifikation mit dem inklusiven Auftrag.
Der VBE fordert die Landesregierung auf, zunächst einmal Einvernehmen mit den Institutionen und Personengruppen herzustellen, die vor Ort aufgefordert sind, ohne zusätzliche Ressourcen Inklusion zu verwirklichen.
Mit der Planstellenzuweisung wird den Förderzentren ?ein Budget zugewiesen, mit dem sie sämtliche sonderpädagogischen Aufgaben in Abstimmung mit den Schulen in ihrem Zuständigkeitsbereich erfüllen müssen.?(10) Maßgeblich ist ?die Zahl der Kinder im Zuständigkeitsbereich des Förderzentrums ? und zwar unabhängig davon, ob ein Förderbedarf besteht.? (10)
Damit orientiert sich die Planstellenzuweisung nicht an den Bedürfnissen der vorhandenen Lernenden mit Förderbedarf im Zuständigkeitsbereich eines Förderzentrums. Sie ignoriert darüber hinaus besonderen erhöhten Förderbedarf wie z.B.
- eine besonders hohe Anzahl an Schuleingangsklassen sowie KiTan und
- einzelfallbezogene erhöhte Bedarfe bei autistischer Förderung sowie Förderung in den Bereichen geistiger, sozial emotionaler Entwicklung und z.B. auch bei Häufungen an Verwahrlosung etc.
Da pauschal zugewiesene Mittel immer knapp bzw. zu knapp sind, werden die Kinder und Jugendlichen und die beteiligten Lehrkräfte zu Leidtragenden, die den Mangel ausbaden müssen.
Dieser Mangel wird noch verstärkt durch die demografisch bedingte Zuweisungsquote bei zurückgehenden Schülerzahlen im Zuständigkeitsbereich eines Förderzentrums. Damit wird nicht, wie behauptet (21, 34) der Bestand an Sonderschullehrern gehalten, sondern verringert.
An gleicher Stelle nennt der Bericht ?Prävention als zentrale Aufgabe der sonderpädagogischen Förderung? (10), ohne dass in irgendeiner Weise darauf eingegangen wird, dass dieses große und wichtige Aufgabenfeld der Förderzentren weder wie oben aufgeführt gezielt berücksichtigt wird, noch dass es bei der Schulleiterbesoldung, noch bei der Begründung der Selbstständigkeit der Förderzentren eine Rolle spielt.
Zur Verzerrung der Darstellung der Situation vor Ort zählt ebenfalls die Aufführung von organisatorisch verbundenen Förderzentren in der Tabelle der eigenständigen Förderzentren (20). Schleswig-Holstein verzichtet lt. Liste zu einem Viertel auf die Eigenständigkeit sonderpädagogischer Verantwortung vor Ort und ordnet sie (16) anderen Interessen unter.
Des weiteren erweckt der Bericht den Eindruck, als wären viele Einzelmaßnahmen bereits flächendeckend üblich.
Ein weiterer ?Aspekt der Entwicklung ? : Je mehr Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den allgemein bildenden Schulen aufgenommen werden, desto stärker sind diese Schulen gefordert, sich darauf einzustellen. Sie erhöhen so ihre Kompetenzen und Erfahrungen im Umgang mit diesen Kindern. Inklusion wird auf diese Weise zu einem gängigen Standard des Regelschulsystems.? (16)
Diese verzerrte Auffassung von Kompetenzerweiterung (16, 22) wird von den Lehrkräften in den Schulen wie Hohn empfunden und empört zurückgewiesen. Fundierte Pädagogik ist noch nie durch den Wurf ins kalte Wasser entstanden. Fundierte Pädagogik wie in diesen schwierigen Fällen benötigt dauerhaft zusätzliche Ressourcen, da diese von den betroffenen Kindern bestimmt sein müssen.

Der VBE vermisst in dem Bericht die Sorgfalt um Begriffsklärung.
Schon in den beiden Eingangssätzen (7) wird sonderpädagogischer Förderbedarf mit präventiver Tätigkeit in einen Topf geworfen. Dementsprechend sind die Zahlen (7, 16) anzuzweifeln. Kinder, die von Behinderung bedroht sind, haben keinen sonderpädagogischen Förderbedarf. Prävention soll ihnen helfen, bevor entsprechender Förderbedarf eintritt. Sonderpädagogischer Förderbedarf wird vom Schulamt attestiert.
Falsch ist die Darstellung für die Eingangsphase in der Grundschule (22). Hier wird kein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt, sondern präventiv gearbeitet.
Prävention und Inklusion (34) zu trennen ist geradezu verwegen, da Inklusion immer die Prävention mit einbezieht.
Forderungen des VBE zur Inklusion anlässlich des Inklusionsberichts der Landesregierung
1. Der VBE fordert die Rückführung der 22 mit allgemeinbildenden Schulen organisatorisch verbundenen Förderzentren zu eigenständigen Förderzentren. Die Begründung gibt dieser Bericht der Landesregierung.
2. Der VBE fordert zusätzliche Ressourcen Planstellen FÖZ in dreistelliger Größenordnung, damit die geforderte Inklusion umfassend behindertengerecht erfolgen kann. Der VBE lehnt Einzelmaßnahmen mit wenigen Förderstunden als unterlassene Hilfeleistung ab.
3. Der VBE fordert, Förderzentren als ?Schulen mit Schülern? zu akzeptieren, damit die Schülerinnen und Schüler, die (auch) in inklusiven Verhältnissen nicht zurecht kommen, gefördert werden können.
4. Der VBE fordert, Hilfs- und Unterstützungssysteme für eine inklusive Beschulung sicherzustellen, bevor Inklusion vor Ort begonnen wird. Schulen dürfen nicht mit der Suche nach Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen allein gelassen werden.
5. Der VBE fordert die Landesregierung auf, die prekäre Lage der Schulen in die Beurteilung mit aufzunehmen, damit die Versorgungssituation nicht nur aus ministerieller Sicht beurteilt wird.
6. Der VBE fordert, die Planstellenzuweisung so zu gestalten, dass die Bedürfnisse der betroffenen Kinder und Jugendlichen Berücksichtigung finden.
7. Der VBE fordert, Prävention in die Berechnung der Planstellenzuweisung zusätzlich mit aufzunehmen.
8. Der VBE fordert, der Absichtserklärung zur Schulleiterbesoldung (33) nun Taten folgen zu lassen und die Präventionsarbeit der Förderzentren mit zu berücksichtigen.
9. Der VBE fordert in Bezug auf Inklusion, Maßnahmen zur Kompetenzerweiterung für alle Schularten intensiv anzubieten und die dafür anfallenden Kosten zu übernehmen.





                 

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